Tripreport: Mit der Lufthansa nach Helsinki

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martin.stahl
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Tripreport: Mit der Lufthansa nach Helsinki

Beitragvon martin.stahl » Di 2. Jun 2015, 20:20

Wie lautet das finnische Wort für Sonnenuntergang? Hell-sinki.
Die finnische Hauptstadt stand schon seit vielen Jahren auf meiner Liste, aber irgendwie hatte ich es nie auf die Reihe bekommen bzw. es schoben sich andere Ziele dazwischen, die ich spontan buchte. Für dieses Jahr hatte ich mir Helsinki aber fest vorgenommen und schaute nach Flügen. Am billigsten war Air Baltic, aber mit denen wäre ich spät am Abend angekommen und der Rückflug wäre frühs am Morgen gewesen. Also bezahlte ich doch ein paar Euro mehr und buchte die Lufthansa, wo ich mittags ankam und erst am Abend wieder nach Hause flog, hatte also über einen Tag mehr in Helsinki.

28.05.15
LH 848 FRA-HEL
planmäßig: 9:25 – 12:50 Uhr, tatsächlich 9:35 – 12:52 Uhr
A320 D-AIPP „Starnberg“
Gate A20, Sitz 29 F
Startbahn 25 C, Landebahn 22 R


Da ich es bei den letzten Ausflügen immer recht knapp ans Gate geschafft hatte bzw. beim Stau auf der Autobahn etwas ins Schwitzen gekommen war, fuhr ich diesmal eine halbe Stunde eher los, kam überpünktlich am Flughafen an und hatte im Abflugbereich noch genügend Zeit, dem Geschehen auf der Startbahn zuzusehen, bevor ich mich auf den Weg zum Gate machte. Noch vor der offiziellen Boardingzeit wurde der Flug sogar schon ausgerufen, und ich landete bereits im zweiten Bus, der uns dann zur Parkposition V114 im Osten des Flughafens brachte. Der Flieger war fast voll und ich hatte neben mir mal wieder einen der wenigen freien Sitze.

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Die Route führte über Kassel, Salzgitter, Parchim, an Rügen vorbei, die schwedische Südküste, Oland und Gotland nach Helsinki.
Um 9:44 Uhr hoben wir auf der Bahn 25 C ab und endlich erlebte ich einmal die Südumfliegung bei gutem Wetter und saß auf der rechten Seite mit Blick auf den Main und später den Flughafen. Dafür nahm ich auch in Kauf, dass ich auf diesem Flug meistens die Sonne im Fenster hatte bzw. entsprechende Reflektionen zu sehen sind.

Das Vorfeld des Frankfurter Flughafens.

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Die Mainspitze, bei der der Main in den Rhein fließt.

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Blick gegen die Sonne zurück zum Flughafen

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Dann gab es erst einmal viele Wolken, außerdem die Wahl zwischen einem Sandwich oder Joghurt und die übliche Getränkerunde, gleich gefolgt von einer zweiten. Erst über der Ostsee klarte der Himmel wieder auf.

Die schwedische Insel Gotland.

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Die estländische Insel Saaremaa.

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Trotz der Sonne lohnte sich der Sitz auf der rechten Seite, denn so bekam ich noch den Panoramablick auf den Flughafen Helsinki zu sehen.

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Auf der vorderen der drei Bahnen, der 22 R, landeten wir einige Minuten später um 12:44 Uhr.
Aeroflot sollte kurz nach unserer Landung mit dem Sukhoi Super Jet starten und den wollte ich gerne fotografieren, denn das wäre ein ganz neuer Typ für meine Sammlung. Mittlerweile gibt es auf dem Flughafen Helsinki sogar eine kleine Besucherterrasse. Sie befindet sich auf dem Dach des Finnair-Gebäudes vor dem Hilton-Hotel außerhalb des Terminals 2. Man kann sie gut zu Fuß erreichen und sie bietet einen Blick auf alle drei Bahnen und bekommt die meisten Maschinen vor die Linse. Vom Sukhui Super Jet allerdings keine Spur. Sollte er doch schon gestartet sein? Er stand aber noch auf der Abflugtafel. Da war mir dann das Flugradar 24 eine große Hilfe (Ja, auf der Terrasse gibt es kostenloses WLAN.), das mir zeigte, dass die Maschine noch gar nicht gelandet war. Also warten…

Mein Lufthansa-Airbus flog mittlerweile zurück nach Frankfurt.

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Embraer 120 der Budapest Air Service

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B717 der Blue One für SAS nach Kopenhagen

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Und dann landete der Sukhoi Super Jet der Aeroflot endlich.

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Die japanische B787 nahm ich auch noch mit.

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Nun aber ab nach Helsinki. Es fährt ein regelmäßiger Bus in die Stadt, der mich am Hauptbahnhof absetze. Von dort lief ich die 2 km zu meinem Hotel, bezog mein Zimmer, besorgte mit eine Dreitageskarte für den öffentlichen Nahverkehr und begann mit der Stadterkundung. Die Innenstadt kann man gut zu Fuß ablaufen.

Mein Hotel, das Radission Blue Seaside. Das Zimmer dort kostete pro Nacht nur 10 € mehr als das billigste Hotel, das ich in Helsinki gefunden hatte, und das wäre ein reines Automatenhotel gewesen. Für die 10 € mehr bekam ich sogar ein reichhaltiges Frühstücksbuffet.

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Die Domkirche bei strahlend blauem Himmel. So war das Wetter die meiste Zeit, nur am Vormittag des folgenden Tages zog eine Regenfront vorüber, aber abends strahlte wieder der Himmel in blau. Die Domkirche ist das auffälligste Bauwerk in Helsinki, in ihrem Inneren als lutherische Kirche aber überraschend schlicht gehalten.

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Ganz in der Nähe die Uspenski-Kathedrale, die größte russisch-orthodoxe Kirche Nordeuropas. Sie befindet sich bereits auf der Halbinsel Katajanokka. Das Stadtzentrum ist von vielen Halbinseln mit den sich darauf befindlichen Stadtteilen umgeben, zusätzlich befinden sich vor der Stadt viele kleine Schäreninseln.

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Die alte Markthalle nahe dem Marktplatz.

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In der Markthalle mit vielen Ständen, die überwiegend verschiedenste Lebensmittel anbieten: Käse, Wurst, Rentierspezialitäten, alle denkbaren Fischspezialitäten. Alleine vom Lachs gab es fast unzählige Variationen. Dazu Bäckereien mit süßen Teilchen und Imbissstände.

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Abends um 19 Uhr fuhr noch ein Ausflugsboot auf eine zweieinhalbstündige Rundfahrt durch die Schärenlandschaft. So spät noch? Hoch im Norden kein Problem, da die Sonne erst danach unterging. Es war bis 23 Uhr taghell und dann setzte die sehr langsame Dämmerung ein. Obwohl ein kalter Wind wehte, harrte ich – teilweise als einziger – auf dem Außendeck aus.

Blick zurück auf den Marktplatz.

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Die Uspenski-Kathedrale und das Riesenrad am Markt, in dem man auch eine VIP-Gondel buchen kann.

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Eine der vielen Schäreninseln.

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Kaivopuisto – einer der größten und schönsten Parks in Helsinki.

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Der nächste Tag begann bewölkt, aber noch war es trocken. Mit Straßenbahn und zu Fuß erkundete ich weiter die Stadt.

Johanneskirche

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Zu Fuß ging es die Töölö-Bucht entlang hin zum Olympiastadion, aber der Aussichtsturm hatte leider geschlossen. Heute befindet sich im Stadion eine Jugendherberge. Fast auf dem Weg lag auf dem Hügel der Vergnügunspark Linnanmäki (Burghügel), der mit dem Kopenhagener Tivoli vergleichbar ist. Einige Fahrgeschäfte stammen immer noch aus den fünfziger Jahren, was den Park etwas nostalgisch macht. Der Eintritt in den Park ist frei, aber möchte man mit den Fahrgeschäften fahren, muss man sich ein Armband kaufen, das einen zum Eintritt berechtigt. Einzelne Fahrten gab es also nicht zu kaufen und ich beschränkte mich daher aufs Zuschauen im Regen. Bei dieser Achterbahn, wo sich die Gondeln während der Fahrt zusätzlich noch kopfüber drehen, wurde mir schon vom Zusehen schlecht.

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Um im Regen nicht zu sehr durchzunässen, besichtigte ich den Aquarienkomplex SeaLife.

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Eine Stunde später war es draußen fast wieder trocken und ich machte weiter mit dem Rundgang durch die Stadt. Mit dem Festland durch einen Steg verbunden ist die ehemalige Teerinsel Tervasaari, aus der mittlerweile ein schöner kleiner Erholungspark geworden ist.

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Ganz in der Nähe befindet sich das Sommerquartier der finnischen Eisbrecher.

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Der Rundgang führte mich zurück an den Marktplatz. Fixpunkt des Marktplatzes ist der Stein der Zarin, ein Obelisk, und er war das erste öffentliche Denkmal der Stadt.

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20 Uhr – und ich überlegte, noch einen Abstecher auf die Festungsinsel Soumenlinna zu machen. Der Komplex besteht aus mehreren Inseln und wurde ca. 1750 als schwedisches Bollwerk gegen das russische Helsinki errichtet. Mein Touristenticket war für die Fähre gültig, und da die letzte Fähre nachts um 2 Uhr zurück nach Helsinki fährt, hatte ich am Abend noch genügend Zeit.

Die Kirche auf Soumenlinna ist weltweit einzigartig, da ihr Glockenturm gleichzeitig ein Leuchtturm ist.

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Der Hof der Ehrensvärd-Festung mit dem Grabmal von Augustin Ehrensvärd.

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Pipers Park

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Die Küstenverteidigungslinie aus dem 19. Jhd. mit den Sandbankwällen und Kanonen. Der Gleitschirmflieger ist aus der heutigen Zeit.

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Die Königspforte, das Wahrzeichen von Soumenlinna.

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Der dritte und letzte Tag war schon da und ich fuhr mit der Straßenbahn ans westliche Ende der Stadt und lief einige Schritte zur Insel Seurasaari in der gleichnamigen Bucht. Vom Festland kommt man über eine Holzbrücke auf die Insel, die ein Freilichtmuseum beherbergt und weiterhin als Erholungspark dient. Ich kaufte mir eine Karte für das Museum und durfte daher einige der Höfe und Gebäude aus der finnischen Geschichte betreten und von innen ansehen. Museen sind eigentlich weniger mein Ding, aber dieses Freilichtmuseum hat mir gefallen, da der Weg ständig durch die Parkanlage bzw. den Wald führte.

Ein Warenhaus im norwegischen Stil.

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Gehöft Antii, ein westfinnischer Vierseitshof mit Wohnstube, Schlafkammern und verschiedenen Außengebäuden.

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Die Sauna im Gehöft.

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Kirche von Karuna, erbaut 1685.

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Ein Gutshof aus dem 18. Jhd., ein Wohnsitz des Provinzadels.

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Ein Stallgebäude, dessen Außenwände in einer Ziegelsteinimitation angestrichen sind.

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Eine sog. Mamsellmühle vom Ende des 19. Jhds. Der Name bezieht sich auf das Aussehen, das sich von der auffälligen Kleidung der Damen von Stand ableitet.

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Der Rest der Insel ist Park, für jedermann zugänglich und so schön wie hier. Es war herrlich ruhig, nur das Zwitschern der Vögel, und man hatte einen schönen Blick auf das Meer und die umgebenden Stadtteile von Helsinki.

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Dann war es aber Zeit für die Rückkehr und ich holte mir noch einige Leckereien in der Markthalle, holte den Koffer im Hotel ab und machte mich auf den Weg zum Hauptbahnhof, wo der Flughafenbus stand.

Hauptbahnhof

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Das Nationaltheater

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Die Lufthansa wird neben einigen anderen Flügen im Terminal 1 abgefertigt. Obwohl es dort jede Menge Automaten gab und die Schalter eigentlich nur der Gepäckabgabe dienten, zog es sich dort ewig hin, obwohl nur einige Leute vor mir in der Schlange standen. Meinen Koffer hatte ich dann in einer Minute abgegeben und ging noch für eine Stunde auf die Besucherterrasse, um mein Flugzeug bei der Landung zu fotografieren. Und einige andere dazu.

Finnair E190 beim Start auf der Bahn 15. Diese Bahn wird nur selten für Starts benutzt, da der Abflug über die Stadt führt, aber Bahn 22 L ist derzeit wegen Reparaturarbeiten geschlossen.

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FedEx B752

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Finnair A343

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JetTime Finland B737-700 nach Antalya

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Finnaiar A333

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Und da kam mein A321 pünktlich aus Frankfurt.

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30.05.15
LH 851 HEL-FRA
planmäßig: 18:10 – 19:45 Uhr, tatsächlich 18:13 – 19:44 Uhr
A321 D-AIDM „Recklinghausen“
Gate 12, Sitz 33 A
Startbahn 22 R Landebahn 25 R


Noch 50 Minuten bis zum Abflug, also lief ich schnell zurück ins Terminal 1. An der Sicherheitskontrolle war nichts los und das Gate 12 war direkt daneben, wo schon 150 Leute in der Schlange standen. Ich machte es mir noch bequem und stieg als einer der letzten ein, wobei es sich an der Tür staute, nachdem zwei Passagiere sich über die Gepäckfächer stritten und dabei den Gang blockierten. Drei Minuten vor Abflug hieß es dann „Boarding completed“ und es ging pünktlich los.

Die Streckenführung entsprach der des Hinflugs. Gotland, Oland, Bornholm und über Rügen erreichten wir Deutschland. Die Mecklenburgsche Seenplatte, Wolfsburg, Goslar, Fulda, Frankfurt.

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Kurz nach dem Start um 18:23 Uhr.

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Helsinki aus der Ferne

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Die Schärenlandschaft entlang der finnischen Küste

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Die dänische Insel Bornholm. Hier verbrachte ich 1987 den Urlaub mit meinen Eltern.

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Waren an der Müritz

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Eisenach

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Freigericht, Linsengericht, Gelnhausen im Kinzigtal

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Den Main entlang von Aschaffenburg bis Hanau.

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Das Frankfurter Kreuz. Hier war meine Flugleidenschaft entstanden. Als Kind sah ich immer die Flugzeuge wie an einer Perlenkette über das Frankfurter Kreuz schweben, wenn wir auf der Autobahn waren. Da kam der große Wunsch, einmal das Frankfurter Kreuz von oben zu sehen. Irgendwann war dieser Wunsch erfüllt und ich merkte dabei, wie schön das Fliegen doch ist.

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Meine erste Landung auf der Nordwestbahn bei Tageslicht, wo ich den Flughafen zu sehen bekam. Hier das Terminal 2.

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Terminal 1

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Flugsteige A und A plus.

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Um 19:35 Uhr setzten wir auf der Bahn auf und erreichten einige Minuten später unsere Position am Gate A52, also am Flugsteig A plus, und parkten neben dem A380.

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Helsinki hat mir außerordentlich gut gefallen, wobei ich Glück hatte, dass das Wetter so gut mitspielte, während es in Deutschland kälter und verregnet war. Ich hoffe, dass es irgendwann auch einmal klappt, dass ich mehr vom Rest Finnlands sehe.

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Thomas
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Re: Tripreport: Mit der Lufthansa nach Helsinki

Beitragvon Thomas » Mi 3. Jun 2015, 08:32

Du Glücklicher, ich war zweimal oben in Helsinki, einmal hatte ich Nieselregen und das zweite Mal hat es geschneit! Jetzt weiß ich wenigstens, wie Helsinki bei Sonnenschein ausschaut ;)

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