Andorra und Toulouse (FRA-TLS-FRA mit Lufthansa)

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martin.stahl
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Andorra und Toulouse (FRA-TLS-FRA mit Lufthansa)

Beitragvon martin.stahl » Mo 6. Aug 2018, 16:09

„Sie haben sich Farbe ins Gesicht geschmiert, damit Sie aussehen wie einer vom Planeten Andorra.“ sagte Captain Kirk auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise zu dem blaugesichtigen Saboteur in der Star Trek-Folge „Reise nach Babel“, die ich im September 1979 erstmals gesehen habe. (Dass der Planet in der Originalfassung Andoria und nicht Andorra heißt, habe ich erst später erfahren.) Seitdem saß der Name in einer meiner Hirnwindungen fest und ich bekam auch mit, dass Max Frisch das Stück „Andorra“ geschrieben hatte, was leider nichts mit Star Trek zu tun hatte. Trotzdem war der Name faszinierend und obwohl beides nichts mit dem Zwergstaat Andorra in den Pyrenäen zu tun hat, übte Andorra seitdem eine Faszination auf mich aus und in diesem Sommer wollte ich das Land endlich einmal sehen. Einem Freund ging es ähnlich (okay, ohne den Bezug zu Star Trek) und so planten wir die Reise. Die Anreise war über Toulouse oder Barcelona möglich, aber da Barcelona als eigenes Ziel wahrscheinlich genug zum Anschauen bieten wird, entschieden wir uns für Toulouse. War mir sehr recht, denn so kam ich auch einmal nach Toulouse. Von Toulouse aus fährt dreimal täglich ein Shuttlebus direkt in die andorranische Haupstadt La Vella. Es gibt auch noch eine Zugverbindung, die aber nur bis in den grenznahen französischen Ort L’Hospitalet führt, wo man in einen Bus umsteigen muss. Da die Anschlüsse nicht besonders gut waren und wir keinen Streik der französischen Bahngesellschaft riskieren wollten, entschlossen wir uns für die Busfahrt ab Toulouse.

30.07.18 LH 1096 FRA-TLS
Airbus A321 D-AISL „Arnsberg“
geplante Flugzeit: 12:10 – 13:50, tatsächlich 12:18 – 13:50
Gate B10, Sitz 34 F, Startbahn 18, Landebahn 32 L


Der A321 war praktisch voll besetzt und nach dem Start um 12:27 Uhr in südlicher Richtung ging es bei bester Sicht den Rhein entlang bis Basel, wo wir nach Südwesten abdrehten, nördlich an Genf und Lyon vorbei, und dann das Zentralmassiv überquerten.

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Den Rhein entlang

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Das BASF-Werk in Ludwigshafen

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Wolken über dem Pfälzerwald

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Straßburg – von hier aus flog ich vor fünf Jahren mit der B717 nach Bordeaux.

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Flughafen Basel – dort war ich erst zu Ostern.

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Stausee Lac de Vouglans

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Ein Mäander des Lot im Zentralmassiv

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Der Anflug auf Toulouse führte uns einmal um die Stadt herum mit einem guten Blick auf die Innenstadt.

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Um 13.46 Uhr setzten wir in Toulouse auf, erreichten schnell die Parkposition am Terminal und fuhren anschließend mit der Straßenbahn in die Stadt, checkten im Hotel ein und schauten uns Toulouse an. Es war sogar zwei Grad kühler als bei uns daheim, yeah!

Das Rathaus Le Capitole auf dem gleichnamigen Platz

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Der Canal de Brienne wurde einst gebaut, um die Staustufe in der Garonne zu umgehen.

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Die Pont Neuf aus dem 16. Jahrhundert ist ein Wahrzeichen der Stadt.

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Die Garonne glitzert im Abendlicht. Rechts geht es hinein in den Canal de Brienne.

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Die romanische Basilika St-Sernin war einst eine wichtige Wallfahrtskirche für die Pilger auf dem Weg nach Compostela.

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Platz Saint Georges – einer der vielen schönen schattigen Plätze in der Innenstadt, wo man leicht und lecker französisch essen kann.

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Am nächsten Morgen startete der Minibus mit 20 Sitzplätzen vom Busbahnhof nach Andorra. Selbst diese wenigen Plätze waren bei weitem nicht besetzt und auch am Flughafen Toulouse wollte niemand mehr zusteigen. Es ging dann auf direktem Wege über die Autobahn in die französischen Pyrenäen.

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Nach gut drei Stunden Fahrt waren wir in Andorra angekommen, dessen Ausmaße etwas über 20 x 20 km sind, also ungefähr wie das Mainviereck, wo ich lebe. Andorra hat etwa 80000 Einwohner und 30000 Hotelbetten, die überwiegend in Wintersporthotels zu finden sind.

Les Escaldes, das mittlerweile mit der Hauptstadt Andorra La Vella zu einem Ort verschmilzt.

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Wir hielten es zuerst für eine hochmoderne Kirche, doch tatsächlich ist dies das Thermalbad Caldea.

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Der Bus setzte uns am Busbahnhof in La Vella ab, wo es nicht weit bis zu unserem Hotel war. Das Stadtzentrum von La Vella.

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80000 Einwohner und 1500 Geschäfte. La Vella wirkt wie ein großer Duty Free-Laden. Elektroartikel, Tabak und Alkohol, Parfüms, Kleidung – alles, was wir nicht brauchten, aber viele Tagestouristen aus dem benachbarten Spanien und Frankreich nutzen Andorra für einen zollfreien Einkauf. Die vielen Einkaufsstraßen verschönern das Stadtbild leider nicht.

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La Vella hat im kleinen historischen Viertel aber auch schöne Ecken, wie hier die Kirche Sant Esteve.

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Oder der Placeta de la Consorcia

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Im l'Arrosseria habe ich die erste Paella meines Lebens gegessen, da es eine vegetarische Variante ohne Meeresfrüchte gab. Und die war äußerst lecker. Und man konnte dort so schön draußen sitzen, dass wir auch den Preisaufschlag für die Terrasse bezahlen.

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Noch am gleichen Tag fuhren wir mit dem Linienbus wieder zurück bis fast an die französische Grenze in den Wintersportort Soldeu, wo eine Gondelbahn uns auf ca. 2000 m Höhe auf den Berg brachte.

Der Blick nach Soldeu

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Im Winter ist der Berg Schigebiet, im Sommer ein riesiger Golfplatz. Das hatten wir so auch noch nicht gesehen und leider war es daher kaum möglich, oben herumzulaufen. Wir hätten zur Tarnung Golfschläger mitnehmen sollen.

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Von La Vella fährt an jedem Wochentag ein Ausflugsbus zu einem anderen Ziel im Land und wir buchten eine dieser Fahrten, die uns zuerst in eine historische Eisenschmiede führte, wo wir in einer Führung alles über die Gewinnung des Eisens aus dem Erz erfuhren.

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Das andorranische Dorf Pal mit den terrassenartig angeordneten Häusern und der Kirche Sant Climent aus dem 12. Jahrhundert.

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Auf 2000 m Höhe machten wir Pause in einem der Schigebiete, wo wir wieder einen schönen Blick ins Tal und auf die benachbarten Berge der Pyrenäen hatten. Den schönsten Blick bot das Außenthermometer: 21° C!

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Weiter ins nächste Schiresort Pal Arinsal mit mehreren Liftanlagen und einem Unterhaltungsprogramm für den Sommer: Abfahrten und Übungsstrecken fürs Mountainbike, Kettcar-Bahnen incl. Sessellift und ein quietschbuntes Hüpfburgparadies für die ganz Kleinen.

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Aber auch wieder mit schönen Ausblicken:

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Tunneleinfahrt direkt nach der Brücke

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Nach zwei Tagen in Andorra ging es wieder mit dem Bus nach Toulouse, und es blieb bis zum Rückflug nach Frankfurt noch genügend Zeitpuffer für ein gutes Tagesmenü mit diesem Nachtisch.

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Den Abschluss unserer Reise bildete ein Besuch im Jakobiner-Konvent.

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Der Kreuzgang des Konvents mit Liegestühlen im Schatten, wo wir die Reise mit dem tollen Blick ausklingen ließen.

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02.08.18 LH 1099 TLS-FRA
Airbus A319 D-AILS „Heide“
geplante Flugzeit: 19:00 – 20:45, tatsächlich 19:35 – 21:15
Gate 53, Sitz 20 F, Startbahn 32 R, Landebahn 07 R


Mit der Straßenbahn ging es zurück zum Flughafen und zu dem Zeitpunkt startete unsere Maschine gerade erst in Frankfurt. Da war uns klar, dass wir mit Verspätung zurückfliegen werden. Mir bot sich daher Gelegenheit, das Treiben auf dem Flughafen incl. der Airbus-Werke zu beobachten.

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A350-900, der bald der chinesischen Tianjin Airlines gehören wird.

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Den Beluga sah ich leider nur rollen, nicht fliegen.

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A330-900 neo

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Airbus 350-1000

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Ups, da hat sich doch eine Boeing reingeschmuggelt. Die B737-700 startete nach Sizilien.

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Und dann war auch unser Flieger gelandet. Mit der „Heide“ hatte ich 2011 bereits einen Flug gehabt, von Zürich nach Frankfurt.

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Das Flugzeug war nur fast ausgebucht und mein Nachbarsitz war einer der wenigen freien. Während der Pilot eine Durchsage bezüglich unserer Verspätung machte, unterhielt sich die Stewardess angeregt mit den Passagieren hinter mir, so dass die Durchsage kaum zu verstehen war. Aber ich bekam so viel mit, dass wir einen Slot für 19:45 Uhr hätten und daher noch etwas warten müssten. Wir legten aber so bald ab, dass wir um 19:43 Uhr die Startbahn erreicht hatten und abhoben. Die Route war wie auf dem Hinflug, nur etwas südlicher.

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Flughafen Toulouse

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Einkaufszentrum Blagnac

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Diesen Teil von Airbus entdeckte ich erst beim Start.

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Flughafen Toulouse-Blagnac

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Abschied von Toulouse

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Das Zentralmassiv

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Flughafen Grenoble

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Annecy

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Darmstadt

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Sonnenuntergang beim Überfliegen des Rheins

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Die Startbahn West – hier hatte drei Tage zuvor unsere Reise begonnen.

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Um 21:10 Uhr setzten wir auf der Südbahn auf. Um 21.36 Uhr sollte unser Bus abfahren. Es wurde spannend. Die Besatzung bat alle Passagiere, zügig durch beide Türen in die Busse auszusteigen, damit die Umsteiger trotz der Verspätung noch ihre Anschlussflüge bekommen können. Einige wurden direkt vor dem Flugzeug mit extra Bussen abgeholt. Um 21:27 Uhr erreichte der Bus die Vorfeldankunft A des Terminals 1 und wir rannten durch das Terminal und stürzten uns mit einem Hechtsprung in den Bus (gut, der Hechtsprung war gerade von mir übertrieben). Durchgeschwitzt und fertig, aber wir ersparten uns damit eine halbe Stunde Warterei in der Ankunftshalle.
Und damit hatten wir endlich einmal das Land Andorra gesehen und Toulouse ist auch nett anzuschauen. Ich freute mich auch, weitere Ecken unseres Nachbarlandes Frankreich kennen zu lernen, an die ich vorher gar nicht gedacht hatte.

Martin Stahl

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